Präskriptionen in der Sprache: Zwischen Normen und Vorurteilen

Die für das Sommersemester 2020 geplante linguistische Ringvorlesung
"Präskriptionen in der Sprache: Zwischen Normen und Vorurteilen"
muss wegen des Verbots von größeren Veranstaltungen an der CAU und der Unsicherheiten bezüglich des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie leider auf das nächste Jahr verschoben werden.
Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ringvorlesung Sommersemester

Linguistische Ringvorlesung des Forschungszentrums „Arealität und Sozialität in der Sprache“
(verschoben auf 2021)

Präskriptionen in der Sprache: Zwischen Normen und Vorurteilen

Viele Sprecher*innen haben eine sehr klare Meinung davon, was sprachlich „richtig“ und was „falsch“ ist – oder erwarten zumindest ein klares Urteil von der Schule, von Wörterbüchern und Grammatiken oder von Sprachwissenschaftler*innen. Allerdings ist die Frage nach der sprachlichen Korrektheit durchaus nicht immer eindeutig zu beantworten. Oft gibt es mehrere Möglichkeiten, etwas auszudrücken, ohne dass eine Variante objektiv besser wäre als eine andere. Oft klaffen auch tatsächlicher Sprachgebrauch und Traditionen sprachlicher Vorgaben schon seit Jahrhunderten weit auseinander, und viele sprachliche Präskriptionen beruhen auf Vorurteilen: einseitigen, veralteten oder auch einfach falschen Ideen davon, wie sprachliche Kommunikation funktioniert und wie Sprachen sich verändern. Vorurteile über die Art, wie Menschen sprechen, können zudem zu weitreichenden sozialen Abwertungen führen, soziale Unterschiede zementieren und legitimieren.

Auf der anderen Seite kann man durchaus gute Argumente für manche sprachlichen Normen finden: Sie sorgen für Einheitlichkeit im Sprachgebrauch (etwa bei starken Dialektunterschieden), verringern sprachliche Barrieren (etwa bei Einfacher Sprache), schaffen transparente Bewertungsmaßstäbe (etwa in der Schule) oder sorgen für weniger Diskriminierung (z.B. gendergerechte Sprache).

In der Ringvorlesung werden unterschiedliche Perspektiven auf Präskriptionen in der Sprache diskutiert, mit Blick auf Deutsch und viele andere Sprachen.

Bachelorstudierende können diese Vorlesung in der Fachergänzung im Modul „Sprache und Literatur - Themen und Tendenzen der aktuellen Forschung“ (FE-SL-SL) belegen. Prüfungsleistung: Lerntagebuch (s. Anleitung auf OLAT).

 

Die Ringvorlesung richtet sich an ein breites Publikum, einschließlich BA- und MA-Studierende, Doktoranden, andere Wissenschaftler*innen und die interessierte Öffentlichkeit.

Alle Interessierten sind herzlich zu der kostenfreien Veranstaltungsreihe eingeladen.
 

Organisatoren:

Prof. Dr. Lieselotte Anderwald (Englisches Seminar)
Prof. Dr. Steffen Höder (ISFAS)