Arealität und Sozialität

Areallinguistik

(Adj. zu lat. area 'freier, ebener Platz', demnach: 'ein Verbreitungsgebiet betreffend') Terminolog. Versuch, die sprachwiss. Erforschung  diatopischer Aspekte der Spr. zusammenzufassen. Er konnte sich nicht durchsetzen, weil die darunter hauptsächl. subsumierten  Dialekte als histor. Sprechweisen (und z.T. auch Schreibweisen) nicht nur diatop., sondern auch diastratische und  diaphasische Prägungen aufweisen, so dass einer solchen A. der genuine sprachl. Objektbereich fehlt, andererseits mit  Dialektgeographie schon ein eingeführter Terminus vorliegt.

Quelle: Lit. J. Goossens, Arealling. LGL 21980, 445-453.K [Lexikon Sprache: Areallinguistik. Metzler Lexikon Sprache, S. 809 (vgl. MLSpr, S. 59) (c) J.B. Metzler Verlag]

 

Soziallinguistik

Von F. Wrede geprägter Begriff für die Methode sprachl. Entwicklungen nicht auf lautphysiolog. (= »individuallinguistischen«), sondern auf gesellschaftl. Prozessen zu begründen. Für ihn ein Synonym für die Dialektgeographie, welche sprachl. Verhalten gesellschaftl. Gruppen untersucht und begründet, die sich durch das Merkmal »Wohnort« unterscheiden. Insofern ist die S. von der  Soziolinguistik zu unterscheiden, welche das Verhältnis von Sprache und Gesellschaft im allgemeinsten Sinne thematisiert.

Quelle:  Lit. F. Wrede, Zur Entwicklungsgeschichte der dt. Maa.forschung. In: Ders., Kleine Schriften. Marburg 1963, 331-344.DD [Lexikon Sprache: Soziallinguistik. Metzler Lexikon Sprache, S. 8876 (vgl. MLSpr, S. 645) (c) J.B. Metzler Verlag]