Projekt Prof. Dr. Michael Elmentaler

Prof. Dr. Michael Elmentaler:

Drittmittelprojekt (DFG): "Sprachvariation in Norddeutschland" (SiN), in Kooperation mit SprachwissenschaftlerInnen der Universitäten Hamburg, Bielefeld, Münster, Potsdam und Frankfurt/Oder 

  

Ziel des Projekts ist die Analyse des variativen Sprachspektrums zwischen hochdeutscher Standardsprache und niederdeutschen Dialekten als Ergebnis eines kontaktbedingten Sprachwandels im gesamten norddeutschen Raum. Dabei sollen regionale und lokale Sprachlagenschichtungen ermittelt und in Hinblick auf situative Verwendungskontexte beschrieben werden. "Sprachvariation in Norddeutschland" in ihrer heutigen Ausprägung wird untersucht auf der Basis neu zu erhebender objektsprachlicher und metasprachlicher Daten, die in 36 norddeutschen Erhebungsorten nach denselben standardisierten Vorgaben gesammelt werden. Der norddeutsche Raum wurde auf der Grundlage gängiger dialektologischer Raumgliederungen in 18 Erhebungszonen aufgeteilt, in welchen jeweils zwei Orte ländlicher Prägung (2 000 bis 8 000 Einwohner) für die Erhebungen ausgewählt werden. Das so gewonnene Materialkorpus entstammt verschiedenen Dimensionen (Familiengespräch, Interview, Vorlesesituation, freie Dialekterzählung, Übersetzung in den Ortsdialekt). Es wird mit Unterstützung durch aktuelle Verfahren der Texttechnologie aufbereitet und unter verschiedenen, dabei konstitutiv miteinander verknüpften Aspekten analysiert:

 1) variablenanalytische Untersuchungen zu arealen Differenzen auf den verschiedenen Ebenen des Sprachlagenspektrums,

2) Untersuchungen zu den individuellen und arealen Unterschieden im Sprachlagenrepertoire und in der kommunikativen Funktionalisierung regionaler Sprachvarianten,

3) Untersuchungen zum Verhältnis von Sprachgebrauch, Sprecherbiographien, individuellem Sprachwissen und Spracheinstellungen.

 

Weitere Informationen auf www.sin-projekt.de

 

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Projektrelevante Publikationen:

 
  • Elmentaler, Michael und Peter Rosenberg. Erscheint 2015. Norddeutscher Sprachatlas. Band 1: Regiolektale Sprachlagen. Unter Mitarbeit von Liv Andresen, Klaas-Hinrich Ehlers, Kristin Eichhorn, Robert Langhanke, Hannah Reuter, Claudia Scharioth und Viola Wilcken; Kartografie und Layout: Ulrike Schwedler (Forschungsprojekt "Sprachvariation in Norddeutschland (SiN)", herausgegeben von Michael Elmentaler, Joachim Gessinger, Jürgen Macha (†), Peter Rosenberg, Ingrid Schröder und Jan Wirrer). Hildesheim u.a.: Olms. [= Deutsche Dialektgeographie, 113.1]

  • Elmentaler, Michael und Peter Rosenberg. 2015. Regionalsprachlichkeit und Sprachvariation. In: Michael Elmentaler / Markus Hundt / Jürgen E. Schmidt (Hrsg.): Deutsche Dialekte. Konzepte, Probleme, Handlungsfelder. Akten des 4. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) in Kiel. Stuttgart. 435-451.

  • Elmentaler, Michael. 2013. Von Zettelchen, Äpfelchen und Schäfchen. Funktionale und areale Aspekte des Diminutivgebrauchs im Niederdeutschen und in der norddeutschen Alltagssprache. In: Jarich Hoekstra (Hrsg.): Twenty-Nine Smiles for Alastair. Freundesgabe für Dr. Alastair G. H. Walker zu seinem Abschied von der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 4. Juli 2013. Kiel. 21-37.

  • Elmentaler, Michael. 2012. Dialectal concepts of space and linguistic variation. In: Sandra Hansen / Christian Schwarz / Philipp Stoeckle / Tobias Streck (Hrsg.): Dialectological and folk dialectological concepts of space. Current methods and perspectives in sociolinguistic research on dialect change. Berlin/Boston. 31-47.

  • Elmentaler, Michael. 2011. Arealität, Situativität und innersprachliche Steuerungsfaktoren. Überlegungen zu einem mehrdimensionalen Atlas der norddeutschen Regionalsprache. In: Niederdeutsches Wort 51, 59-106.